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Der VT 92 501
In chronologischer Reihenfolge möchten wir nun die Geschichte des VT 92 501
schildern.
In diesem Jahr entstand der Triebwagen 872 bei der Waggonfabrik Wismar
(Fabriknummer 20074). Auf dem Rahmen dieses Fahrzeuges entstand später der VT 92
501. Dieser Triebwagen wurde am 28.07.1932 ausgeliefert und beim BWW Frankfurt
eingesetzt. Die Beschaffungskosten betrugen 185.000 Reichsmark. Baugleich
entstanden auch die Triebwagen 873 und 874.
Mit dem Beginn des 2. Weltkrieges endete der Einsatz der Fahrzeuge. Diesen
überstand der 872 im Reichsbahn Aubesserungswerk (RAW) Friedrichshafen.
Im März 1945 wurde der Triebwagen als Plankammer-Wagen hergerichtet. Nach
Ende des Kríeges diente er (grau lackiert) als Büro in dem RAW. Auch der 874
blieb erhalten; der 873 war verschollen.
Planung zum Umbau des 872 in VT92 501 und des 874 in VT 92 502. Letzteres
wurde nie umgesetzt.



In den Jahren von 1949 - 1951 entstand der VT 92 501 bei
MAN in Nürnberg (Fabriknummer 140522/1951). Der VT erhielt einen völlig neuen
Wagenkasten und Maschinenanlage. Neu war auch, dass der Motor nicht fest im
Fahrzeugrahmen, sondern im Maschinendrehgestell verankert wurde. Die Form des
Fahrzeuges entsprach schon den Erfahrungen hinsichtlich des Luftwiderstandes,
die in der Vorkriegszeit gemacht wurden. Durch die dreidimensionale Krümung der
Bleche entstanden erhebliche Kosten. Diese sollten sich dann rechnen, wenn alle
Neubau-Fahrzeuge diese Form erhalten. Zudem war der jungen Bundesbahn in Deutschland
das Erscheinungsbild wichtig.
Die Ursprungslackierung sah wie folgt aus: Das Dach war grau, die Schürze
schwarz, das Fensterband in einer Art orange und der Rest in einem rot-braun.
Alle Farben wurden von einem hellen Zierstrich getrennt.
Form und Lackierung brachte dem VT92 den Spitznamen "Kartoffelkäfer"
ein.
Der Triebwagen diente als Versuchstriebwagen für diverse Antriebsaggregate
und neue Formen, die sich bei späteren Fahrzeugen durchsetzte. So kann die als
"Eierkopf " bezeichnete Kopfform bei den Fahrzeugen der Baureihen VT08, VT12.5,
ET 30, ET 56 und ETA 176 wiedergefunden werden.

Die runde Kopfform kann sogar noch bei der Baureihe 103 und dem
Versuchsfahrzeug 202 003 erkannt werden.
Bei Windkanalversuchen mit dem VT 92 501 konnte bei einer Geschwindigkeit von
120 km/h ein Leistungsgewinn von 50 PS verzeichnet werden.
Der Plan, einen weiteren Triebwagen (VT 874) in den VT92 502 umzubauen, wurde
nicht umgesetzt.
Erste Probefahrt am 06.07.1951 von Nürnberg nach Steinbach a./Wald
Die Abnahme erfolgte am 16.10.1951. Die Bezeichnung lautete " VT92 501
Versuchs-VT".

Das Fahrzeug erhielt zunächst eine Antriebsanlage mit 800 PS von Maybach. Es
folgten am 05.11.1951 eine 1000 PS Maybach Anlage.
Probleme mit dem sehr eng bemessenen Führerstand führten leider nicht zu
Änderungen in den folgenden Serienfahrzeugen.
Am 25.01.1952 Einbau einer 800 PS MAN-Anlage und am 23.12.1952 eines 1000
PS-MB 820 Bb-Daimler-Benz-Motors.
Die ersten Serienfahrzeuge der Baureihe VT08 gehen in Betrieb.

Kilometerleistung seit Umbau: 131.865
2 Versuchs-Tyfon-Anlagen eingebaut.
25.02. - 23.12.1954 ohne Maschinenanlage abgestellt.
Der VT92 wird bei der Versuchsanstalt für Brennkrafttechnik München
beheimatet.
Beheimatung beim Bahnbetriebswerk Nürnberg Hbf.
Der Kilometerstand beträgt seit Umbau 173.967 km.
Der Triebwagen kam als "Vorspann" vor Eilzügen von Nürnberg nach Fürth im
Wald bzw. Amberg zum Einsatz - nur als eine Art Lokomotive, da er bis dahin nie
eine Inneneinrichtung besaß.
Das Fahrzeug wird in purpurrot umlackiert (RAL 3004).
Aus dem Betriebsbuch:
6.3.57 - 20.3.57 Für Probefahrten für die TEE-VM nach Angaben vom BZA
München (Wbz Auftr. Nr. 296 064) umgebaut
Der Einsatz als Versuchstriebwagen endet. Der VT wird nun hauptsächlich als
Schlepptriebwagen vom BW Nürnberg Hbf aus eingesetzt und transportiert Trieb-,
Steuer und Beiwagen in das Ausbesserungswerk Nürnberg. Da der VT reguläre Zug-
und Stoßvorrichtung besaß, half eine Übergangskupplung die Fahrzeuge (VT08, VT
11.5, VT12) mit Scharfenbergkupplung zu schleppen.
Nach einem Aufstoßschaden verlor der VT92 auf der Seite des Führerstandes 1
seine ovalen Puffer. Pufferträger, Zug- und Stoßvorrichtung, Bremsausrüstung
(teilweise) sowie 4 Fenster mussten instandgesetzt werden.
Das dritte Spitzenlicht wird eingebaut


Der VT92 501 wird in seine heutige Farbgebung umlackiert.




Der VT92 501 wird in 692 501-0 umgezeichnet und ist mittlerweile 1.041.033 km
gefahren. Die INDUSI wird eingebaut.







Letzte Hauptuntersuchung am 17.08.1972.






Letzte Untersuchung (U0) vom 31.10.1977 - 01.11.1977.
Am 17.08.1978 wird das Fahrzeug "Z"-gestellt und am 21.12.1978 ausgemustert.
Die Gesamtleistung beträgt mittlerweile über 1.500.000 Kilometer.



Der VT 92 wird dem Verkehrsmuseum Nürnberg übergeben .


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Der VT wird als Leihgabe an das Bayerische Eisenbahnmuseum Nördlingen
übergeben und steht dort im Freien.




In Lichtenfels, einer Außenstelle des DB-Museums, steht das Fahrzeug
ebenfalls im Freien abgestellt.
Der VT92 501 wird am 10.11.2003 von 215 122 als Lr 92652 nach Lübeck
überführt. Dort soll sich die "BSW-Gruppe V200 007" um das Fahrzeug kümmern.
Mittlerweile zeigt das Fahrzeug Vandalismusschäden (Gaffiti, eingeschlagene
Fenster,...).

Nach der Kündigung eines der Lokschuppen durch die DB steht der
"Kartoffelkäfer" nun wieder im Freien. Nachdem nun seit fast 20 Jahren kaum am
Fahrzeug gearbeitet wurde, lassen sich die Schäden nicht mehr übersehen.

Seit Mitte 2005 bemühte sich ein achtköpfiger Personenkreis um den Erhalt des
historisch wertvollen VT 92 501. Weitere Informationen zur Übernahme des
Fahrzeuges finden Sie in der Rubrik "Aktuelles".
Copyright (c) by VT92 501
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